Autorenlesung mit Markus Mittmann: „Wodka mit Grasgeschmack“
Den Kopf unter der Heckscheibe und ab auf die Autobahn Richtung Osten: So beginnt der Roman „Wodka mit Grasgeschmack“ von Markus Mittmann, der das Miteinander und das gegenseitige Verstehen von Menschen befördern und die prägenden Auswirkungen von Fluchten der Vertreibungen auf uns Nachgeborene verständlich machen soll. Denn diese Auswirkungen bestimmen auch heute noch unser Leben und unsere Gesellschaft. Diese wichtige und gerade so aktuelle Thematik wird hier literarisch und sinnlich nachvollziehbar bearbeitet.
Dieser Roman ist wie ein Film, ob in der Enge des Autos, auf Autobahnraststätten, an fremd vertrauten Orten in Polen oder bei Schweinebauch, Kraut und Sehnsucht. Immer erkennbarer wird das Erinnern zum Verstehen. Es wird deutlich, wie selbstverständlich Frieden und Verständigung sein können, vor allem im persönlichen Miteinander. In der zentralen Szene sagt eine Polin: „Vergessen ist schlimme Krankheit, nach Vergessen kommt alles wieder.“ Aber kann das Thema Vertreibung geradezu unterhaltsam behandelt werden? Natürlich! In „Wodka mit Grasgeschmack“ erscheint dieses überraschend anders und auf unsere Zeit bezogen.
Bei einem anschließenden Gespräch wird das Publikum mit auf diese Reise genommen und es gibt neben Erkenntnissen auch Überraschungen, verschiedene Erlebnismomente, und an bestimmten Stellen zwischen den Leseabschnitten erklingen die passenden Auszüge der für das gleichnamige Hörbuch komponierten Musik. Auch eine Kostprobe des Titelwodkas wird dabei nicht vergessen.
Markus Mittmann studierte Germanistik, Architektur und Kunstgeschichte, Malerei und Bildhauerei sowie Pädagogik und Philosophie in Braunschweig. Er übte verschiedene Tätigkeiten aus, zunächst in Seelsorge und Krankenpflege, danach im Bereich Architektur- und Stadtplanung und als Bildender Künstler. Aufgewachsen in einer Familie, die ausschließlich aus Kriegsvertriebenen bestand, gehört die Thematik dieses Buches zum Kern seiner persönlichen Erfahrungen.
Die Lesung wird über das Kulturprojekt „Starke Worte. Starke Orte: Demokratie durch Kultur“ im Rahmen des Bundesprogramms „Aller. Land“ gefördert.
AM120215
mit Markus Mittmann
Donnerstag, 12.03., 18:00-20:00 Uhr
Borgentreich, Sekundarschule (Verwaltungsgebäude I, ehem. Realschule, Platz der Stadt Rue 4)
1 Termin, 2,67 UE
Gebühr: gebührenfrei
Direkt zur Anmeldung: VHS Zweckverband Diemel-Egge-Weser